In der Schweiz bleibt es bei der Elektromobilität nicht bei Lippenbekenntnissen: Am 2.Forum unterzeichneten 19 Akteure die «Luzern Challenge»; darin verpflichten sie sich zu konkreten Engagements. 300 Gäste diskutierten Chancen und Probleme.

"Dass zahlreiche Automobilhersteller in die Technologie der Zukunft investieren, zeigt, dass die E-Mobilität im Aufwind ist", sagt Jörg Beckmann, Direktor der Mobiliätsakademie.

«Dem Elektroauto steht eine Erfolgsgeschichte bevor: Damit werden die Hauptnachteile der Strassenmobilität nicht mehr grösser als jene der Schiene sein», rief Astra-Direktor Rudolf Dieterle begeistert den 300 Teilnehmenden am zwei tägigen Schweizer Forum Elektromobilität. Dieses wurde im Verkehrshaus Luzern vom Team der Mobilitätsakademie organisiert.

Der TCS werde seinen Mitgliedern durch neutrale Tests von E- Fahrzeugen wertvolle Konsumenteninfos anbieten, versprach Zentralpräsident Niklaus Lundsgaard-Hansen. Als Zeichen dafür, dass das Zeitalter der Versuche vorbei ist, konnte nebst anderen Elektrofahrzeugen das erste grossserienmässig hergestellte Elektroauto der unteren Mittelklasse, der Nissan Leaf, auf dem Verkehrshaus-Gelände getestet werden.

Renault-Nissan investierte bis jetzt 4 Mrd. Fr. in die neue Technologie, womit der Beweis erbracht ist, dass die bis jetzt aufs Erdöl angewiesene Branche auch auf Elektromobilität setzt.Renault-Nissan will bis 2020 zehn Prozent seiner Autos mit Elektroantrieb absetzen.

Einige Experten, vorab aus dem Umkreis der ETH Zürich, gaben sich skeptisch punkto totale Umweltfreundlichkeit. Denn: Auch in der Schweiz rührt der Strom teilweise aus Kernkraftwerken her und importierter Strom stammt teils aus Kohlekraftwerken. Die Reduktion des Flottenverbrauchs sei wichtiger als die Diskussion um die ideale Antriebstechnik.

Dennoch überwog die Zuversicht, dass in der Schweiz Elektroautos eine wichtige
Rolle spielen werden, was auch im Interesse des Klimas liege. Der derzeit bescheidene Aktionsradius der Batterien sei nicht so relevant, da viele Autofahrer täglich wenige Kilometer zurücklegten.

Von Seiten der Elektrizitätswirtschaft gab Benoît Revaz, Leiter Business Development Alpiq Management AG, der Überzeugung Ausdruck, dass sich der CO2-Ausstoss des privaten Strassenverkehrs 2020 um 10 Prozent oder 1.2 Millionen Tonnen pro Jahr senken liesse, sollten bis zu diesem Zeitpunkt in der Schweiz 15 Prozent der Fahrzeuge mit Strom betrieben werden

Die Schweiz hat aber ihre Leaderposition in Sachen Elektromobilität eingebüsst. Damit sie den Anschluss an die Spitze schafft, wie dies auch die neue Bundesrätin Doris Leuthard in einer Grussbotschaft an die Tagung wünschte, braucht es das Engagement aller.

 

Luzern Challenge
Am 2. Forum für Elektromobiliät wurde deutlich, dass die von der Mobilitätsakademie 2010 mit der Charta von Luzern ins Leben gerufene Wissensplattform für Elektromobilität immer breiter abgestützt wird. Mit der  "Luzern Challenge" verpflichten sich zahlreiche Akteure, auf freiwilliger Basis und unabhängig von staatlichen Aktionsplänen sich auf dem Gebiet der Elektromobilität zu engagieren. Damit wir ein bedeutender Schritt in Richtung einer erfolgreichen Einführung der Elektromobilität auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene vollzogen. Durch eine Konkretisierung der im Rahmen der Charta ausgesprochenen Selbstverpflichtungen verfolgt der Luzern Challenge das Ziel, innovative Vorhaben unterschiedlicher Akteure einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Damit wird der Weg in eine energieeffizientere Mobilität geebnet.

 

Fazit
Die Elektromobilität gilt zurecht als der Hoffnungsträger einer nachhaltigeren Alltagsmobilität. Sie bietet nicht nur eine Reihe von unverzüglich realisierbaren Umweltvorteilen, wie eine drastische Lärm- und Schadstoffreduktion, sondern schont dank ihrer hohen Energieeffizienz viele, der im Verkehrssektor zum Einsatz kommenden natürlichen Ressourcen. Sie bietet ferner enorme Potenziale für eine klimafreundlichere Automobilität.