Kommentar

Von Heinz W. Müller
publiziert im touring 3 | Mensch und Mobilität, S. 13
10. Februar 2011

Gut mag ich mich noch erinnern, als ich vor einem halben Jahrhundert als Unterstufenschüler auf dem Elektrofahrzeug des Milchmanns im Stadtquartier mitfahren durfte. Und die Post hatte auch einige Fahrzeuge, welche elektrisch angetrieben waren. Ähnliche Elektrogefährte surren noch heute in autofreien Kurorten herum. Aber das wars dann – abgesehen von einigen Experimental Fahrzeugen. Jetzt besteht die Hoffnung, dass die elektromobile Eiszeit vorbei ist.

Nach vielen Rückschlägen ist das erste Massen-Elektroauto der Golfklasse marktreif. Und weitere folgen Schlag auf Schlag. Auch die Teilnehmer des Forums für Elektromobilität in Luzern schlossen den Nissan Leaf in ihr Herz. Ist das nun wirklich der Durchbruch der Elektroautos? Tut der Bund im Vergleich zum Ausland nicht viel zu wenig für diese vierrädrigen Hoffnungsträger? Ist das Elektroauto unter dem Strich wirklich so umweltfreundlich, wie dies gesagt wird? Oder bleibt das Elektroauto ein Nischenfahrzeug für Betuchte und Paradiesvögel, weil es noch zu teuer ist? Und was heisst das fürs Elektroauto, wenn VW jetzt das erste Ein-Liter-Auto vorstellt? Ist das mehr als ein PR-Gag? Fragen über Fragen. Es bleibt spannend.

 

❒ Heinz W. Müller, touring