TCS-Zentralpräsident Niklaus Lundsgaard-Hansen mit Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger

Rückblick auf das 1. Forum

Die Autobranche behandelte die Elektromobilität bis vor zwei Jahren eher stiefmütterlich. Das hat sich geändert. Viele Akteure im Mobilitätssektor formulieren ihre Vorstellung von der Zukunft des motorisierten Individualverkehrs inzwischen so: „Das Auto der Zukunft fährt elektrisch!“

Auf dem „1. Schweizer Forum Elektromobilität“ plädierten Vertreter aus Politik und Wirtschaft für eine nachhaltige Zukunft der Elektrofahrzeuge. TCS-Zentralpräsident Lundsgaard-Hansen formulierte in seiner Begrüssungsrede das Ziel des Forums: „Wir wollen gemeinsam die möglichen Entwicklungspfade der Elektromobilität in der Schweiz ausloten und dabei von den beachtlichen politischen Weichenstellungen anderer Länder lernen.“ Angesichts der Tatsache, dass der Strassenverkehr mehr als ein Drittel der CO2-Emmissionen in der Schweiz verursacht, forderte Rudolf Dieterle, Direktor des Bundesamt für Strassen: „Umstieg auf einen anderen, besseren, klügeren Energieträger - die Elektrizität!“

Mobilität nachhaltig gestalten
Rund 300 Teilnehmer aus Forschung, Politik und Wirtschaft folgten der Einladung der Mobilitätsakademie. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA), der TCS, die Organisation der schweizerischen Stromverbundunternehmen (swisselectric) und Nissan SA haben das Forum gemeinsam ins Leben gerufen. Für Bundesrat Moritz Leuenberger, Schirmherr des Forums in erster Auflage, ist eine nachhaltigere Automobilität ein wichtiges Ziel: „Den alternativen Antrieben muss ein grosser Stellenwert beigemessen werden. Heutige Elektromobile sind Fahrzeuge, welche übermorgen den Verkehr beherrschen".

Eine geballte Ladung Hoffnung
Am „1. Schweizer Forum Elektromobilität“ überwiegen die Hoffnungszeichen. Mit der „Charta von Luzern“ formulierten die Unterzeichnenden eine Absichtserklärung, um die Schweiz in den Pionierstand für Elektromobilität zu heben (vgl. Charta von Luzern). Jörg Beckmann, Leiter der Mobilitätsakademie, sieht die Schweiz als eine elektromobile Innovationsschmiede, in der neben neuen Ideen auch innovative Fahrzeugkonzepte entstehen. Den derzeitigen Wandel im internationalen Automobilsektor gilt es zu nutzen und die Schweiz zu „einer treibenden Kraft bei der Marktentwicklung des elektrifizierten, motorisierten Individualverkehrs zu werden." Der TCS-Zentralpräsident Niklaus Lundsgaard-Hansen zeigt sich ähnlich motiviert. Er geht davon aus, dass in 20 Jahren mehr als 50% des Automobilbestandes nicht mehr rein fossil angetrieben wird. So mutmasst er, dass in zwei Jahren auf relativ breiter Front zahlreiche Hersteller mit Elektro-Antrieben im Markt auftreten. Das bringt veränderte Bedingungen für Geschäfts- und Leasingmodelle im Auto-Handel und verändert die Anforderungen an die Infrastruktur und Verkehrssicherheitskonzepte.

Wegbereiter der Elektromobilität
Hinter dieser These steht auch das Bundesamt für Strassen. Direktor Rudolf Dieterle sieht in der Elektrifizierung des Individualverkehrs das Mobilitätsgrossprojekt künftiger Generationen: „Das ASTRA stellt sich schon heute der Verantwortung, ein zentraler Wegbereiter der Elektromobilität zu werden." So spricht sich auch Branchenvertreter Hans E. Schweickardt, Präsident von swisselectric, für die Elektromobilität aus. Er betont die besondere Rolle der Schweiz in der Stromproduktion: „Der Schweizer Strom, der zu rund 55 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammt und quasi CO2-frei produziert wird, spielt bei der CO2-Reduktion eine wichtige Rolle. Swisselectric unterstützt daher die individuelle und kollektive Elektromobilität und möchte aktiv zur Erreichung der Klimaziele beitragen.“ Und auch die Automobilhersteller werden ihre Bestrebungen bei der Elektromobilität noch ausweiten. So will beispielsweise Nissan weiterhin gezielt in Null-Emissions-Modelle investiert, erläutert der Vizepräsident von Nissan International SA, Pierre Loing.