Drei Top-Prioritäten der Schweizer E-Mobilitätspolitik
Die Schweiz hat schon heute hinsichtlich der Elektrofahrzeugtechnologieentwicklung, der Ausgestaltung des Elektromobilitätsverhaltens und der E-Infrastrukturbereitstellung über ihre Grenzen hinweg wirksame Pionierleistungen erbracht. Aufbauend auf diesen Errungenschaften sind die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger in der Schweiz jetzt aufgefordert, die Elektromobilität sozial, wirtschaftlich und ökologisch auszugestalten. Das heisst, die Elektrofahrzeuge müssen für alle zugänglicher und erschwinglicher werden, die natürlichen Ressourcen schonen und dabei auch betriebswirtschaftlich erfolgreich sein.
A. Der Aufbau einer landesweiten Ladeinfrastruktur
B. Die Elektrifizierung der betrieblichen Fahrzeugflotten
C. Die Ausweitung des E-Fahrzeugangebots
Vor dem Hintergrund der wachsenden Marktdurchdringung der Elektrofahrzeuge muss in den kommenden Jahren die dazu zwingend notwendige Ladeinfrastruktur umfassend ausgebaut werden. Alle Akteure, von den Automobilherstellern, über die Energieunternehmen bis hin zu den verantwortlichen Stellen in Bund, Kantonen und Gemeinden, sind jetzt zum Handeln aufgerufen. Das Ziel für das Jahr 2020 muss es sein, eine landesweit differenzierte Ladeinfrastruktur zu schaffen, welche einen Anteil von 10% bis 30% steckdosenfähiger Elektroautos am Schweizer Fahrzeugmarkt versorgen kann. Im Einzelnen heisst das:
- 600.000 häusliche Systeme («sleep&charge»)
- 60.000 business und office-Stationen («work&charge»)
- 30.000 öffentliche Ladestationen an Geschäften, Restaurants u.ä. («shop&charge»)
- 150 Schnellladestationen mit mehreren Steckplätzen («coffee&charge»)
Eine tragende Rolle bei der Elektrifizierung des Schweizer Strassenverkehrs spielt die schrittweise Umrüstung privater und öffentlicher Fahrzeugflotten. Über eine elektromobile Beschaffungspolitik privater und öffentlicher Grossnachfrager bieten sich weitreichende Möglichkeiten, den Anteil von Elektrofahrzeugen in den kommenden Jahren massgeblich zu erhöhen. Insbesondere die öffentlichen Stellen sind angehalten, mit entsprechenden Verordnungen zum Aufbau von Einkaufspools die Beschaffung von Elektrofahrzeugen für ihre eigenen Flotten zu erleichtern. Das Ziel ist es, bis 2020 zwischen 25 % und 50 % der gegenwärtigen betrieblichen Flotten auf Elektrofahrzeuge umzustellen.
Um den unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnissen betrieblicher und privater Nutzer gerecht zu werden, muss das Angebot an Elektrofahrzeugen in der Schweiz deutlich erweitert werden. Insbesondere im Automobilsegment sind Hersteller und Importeure aufgefordert, ihre elektromobilen Produkt- und Dienstleistungspaletten auszuweiten und mit neuen, zielgruppengerechten Angeboten die steigende Nachfrage in der Schweiz rechtzeitig zu bedienen. Dazu gehören auch Fahrzeuge für die Güterlieferung. Vorausgesetzt die Schweizer Importeure verstärken ihr derzeitiges elektromobiles Engagement und sorgen mit einer beschleunigten Markteinführung neuer Modelle für ein breites Angebot, kann bis 2020 mit einem Anteil von 10% bis 30% immatrikulierter, steckdosenfähiger Automobile in der Schweiz gerechnet werden.




