Elektrische Zweiräder

Elektrovelos boomen. Vor allem die "schnelle" Variante des Elektrovelos, die als Mofa oder Leicht-Mofa bezeichnet wird, stösst bei kosten- und umweltbewussten Pendlern auf grosses Interesse. Angesichts des vielfältigen Angebots ist es für viele potenzielle Käuferinnen und Käufern von E-Bikes schwierig, sich eine Übersicht zu verschaffen.

Nachstehend die wichtigsten Fragen:

→ Ab welchem Alter darf man ein "E-Bike" fahren? 
→ Welches E-Bike soll ich kaufen?
→ Was für Antriebssysteme gibt es?
→ Was lässt sich über die Verarbeitungsqualität der E-Bikes aussagen?
→ Empfehlungen

Ab welchem Alter darf man ein "E-Bike" fahren?

Elektrovelos dürfen frühestens ab 14 Jahren gefahren werden, wozu es eines Mofa-Führerscheins bedarf. Ab 16 Jahren dürfen jene Elektrovelos auch ohne Mofa-Führerschein gefahren werden, welche über eine Tretunterstützung von nicht mehr als 25 km/h verfügen und deren Motorleistung 250 Watt nicht übersteigt.

Elektrovelos mit einer Motorleistung von bis zu 500 Watt und einer Tretunterstützung von über 25 km/h gelten als "Leicht-Mofas". Bei diesen Fahrzeugen ist ein rein elektrischer Antrieb (ohne Tretunterstützung!) bis 20 km/h erlaubt. Vorgeschrieben sind eine gelbe Mofa-Nummer sowie ein Fahrzeugausweis. Bei Elektrovelos mit einer Motorleistung von bis zu 1'000 Watt gelangen die für Mofas vorgeschriebenen Bestimmungen zur Anwendung. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit beträgt 30 km/h.



Welches E-Bike soll ich kaufen?

Wer sich ein Elektrovelo zulegen möchte, sollte sich vorerst über seine Ansprüche im Klaren sein. Wer z.B.vorwiegend in der Stadt unterwegs ist, braucht in der Regel keine elektrische Unterstützung für eine Geschwindigkeit über 25 km/h. Eine Motorleistung von bis zu 250 Watt ist durchaus ausreichend.

Für häufige Überland- oder Bergfahrten empfiehlt sich eine nicht zu knappe Akkukapazität von 250 Wh und mehr. Eine Unterstützung durch Elektroantrieb bis 25 km/h ist in der Regel ausreichend. Sportliche Fahrer dürften die etwas stärkeren "Leichtmofas" bevorzugen. Diese sind für das Zurücklegen kürzerer Distanzen durchaus ein prüfenswertes Vehikel. Als Alternative bietet sich Pendlern der Elektroroller mit einer Reichweite von ca. 60 km und einer Ladezeit von 4.5h. Als Beispiel sei der Roller Vespino E4 genannt. 



Was für Antriebssysteme gibt es?

Auf dem Markt haben sich drei Antriebssysteme durchgesetzt: Der Frontantrieb ist häufig bei günstigeren Modellen anzutreffen, wie dem vom TCS gesteten Bike Pro. Diese Antriebsart kann kostengünstig ins Velo integriert werden.
Der Mittenantrieb ist meist bei Elektrovelos im mittleren bis oberen Preissegment anzutreffen, wie z.B: beim Flyer T8. Diese Antriebsart ist mit aufwändigen Entwicklungskosten verbunden. Positiv sind die optimale Gewichtsverteilung und die kompakte Bauweise.

Der Heckantrieb wird oft bei "Nachrüstungen" eingebaut, so beim TCS-Testvelo Wheeler Operator 5.6 mit einem BionX HS 500 Antrieb. Dieser ist einfach im Aufbau. Beim Radwechsel ist ein erhöhter Aufwand erforderlich. Die relativ grosse Masse im Laufrad kann sich sich negativ auf das Fahrverhalten auswirken.
Wie hoch sind die Stromkosten?

Der Energiebedarf ist relativ gering. Für eine Akkuladung fallen bei den getesteten Elektrovelos bei einem Strompreis von 20Rp/kWh Kosten von 6 Rp. bis 9 Rp und beim Elektroroller 65 Rp. pro Vollladung an. 



Was lässt sich über die Verarbeitungsqualität der E-Bikes aussagen?

Qualität ist eine Frage des Preises. Dies trifft auch auf die Qualität der Komponenten der von den Herstellern eingebauten Komponenten wie Bremsen, Schaltung oder Laufräder zu. Es versteht sich von selbst, dass bei einem preisgünstigen E-Bike diesbezüglich die Erwartungen nicht zu hoch geschraubt werden dürfen. Auch hier gilt: der Fachhändler berät sie gerne. 



Schlussfolgerungen

Beim Kauf eines Elektrovelos oder eines Elektrorollers sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen, der eigene Verwendungszweck, die Art des Antriebes und schlussendlich auch das Budget zu beachten. Elektrovelos, die eine Tretunterstützung von mehr als 25 km/h aufweisen, werden betreffend Geschwindigkeit oft unterschätzt. Hier sind Massnahmen zur besseren Wahrnehmung im Strassenverkehr sehr sinnvoll. Bei Elektrovelo-Nachrüstsätzen muss auf ein solides Basisvelo mit entsprechenden Komponenten geachtet werden. 




Quelle:  "Elektrische Zweiräder immer beliebter", Medienmitteilung des TCS vom 29. März 2011



Infobox

1. Soll das Zweirad auch zum Pendeln benutzt werden, empfiehlt sich vor dem Kauf eine Testfahrt auf der dafür vorgesehenen Strecke.
2. Ein zu niedriger Reifendruck wirkt sich negativ auf die Reichweite aus. Luftdruck regelmässig kontrollieren.
3. Bei Umbauten ("Nachrüstung") auf eine stabile Rahmenkostruktion achten.
4. Akkuladegeräte bei Nichtgebrauch vom Stromnetz trennen.